Das Vorziehen von Gurken ermöglicht eine frühere Blüte und somit auch Ernte, da die Pflanzen bereits im Haus oder Gewächshaus keimen und wachsen können, bevor sie ins Freiland gesetzt werden. Da Gurken empfindlich auf das Pikieren reagieren und ihre Stängel leicht brechen, ist eine sorgfältige Handhabung während der Anzucht entscheidend. Mit unseren Tipps gelingt die Vorzucht und das anschließende Auspflanzen.
Das Vorziehen von Gurken hat durchaus Vorteile. Gurken brauchen von der Keimung bis zur Ernte, wie auch Tomaten und Paprika, recht lange. Durch das Vorkeimen geben Sie den Gurken eine Starthilfe, die ihnen beim Auspflanzen zugutekommt.
Entscheiden Sie sich statt für den Kauf von Jungpflanzen für die Anzucht mithilfe von Samen, steht Ihnen häufig eine größere Palette an Sorten zur Verfügung, gerade bei besonderen Standortansprüchen und der Wahl zwischen Freiland- und Kübelpflanzung kann dies ein entscheidender Faktor sein.
Sorte | Typ | Ernte | Eigenschaften | Resistenzen | Toleranzen |
Adrian F1 | Snack-/Minisalatgurke | VII-IX | kurz, früh reifend, bitterfrei, größere Früchte als Salatgurke verwenden | Echter Mehltau | – |
Burpless Tasty Green F1 | Salatgurke | VII-IX | bitterfrei, mittelgroß | – | Echter und Falscher Mehltau |
Delikateß | Allroundgurke | VI-X | je nach Größe zum Einlegen oder als Salat- und Senfgurke geeignet | – | – |
Chinesische Schlangen | Salatgurke | VI-X | lange, schlanke, mitunter krumme Salatgurke, bleibt bis zur Vollreife dunkelgrün | – | – |
Diamant F1 | Einlegegurke | VII-IX | rein weiblich, bitterfrei | Gurkenkrätze | Echter und Falscher Mehltau |
Excelsior F1 | Einlegegurke | VIII-IX | bitterfrei, überwiegend weiblich blühend, glattschalig | Echter Mehltau, Gurkenkrätze | Falscher Mehltau |
Fatum | Schmor-/Senfgurke | VII-IX | große, walzenförmige Früchte, bitterfrei, junge Früchte | – | – |
Iznik F1 | Snack-/Mini-Salatgurke | VII-IX | kurz, früh reifende, rein weibliche Snackgurke, bitterfrei, auch als Salatgurke geeignet | Echter Mehltau, Gurkenkrätze | – |
La Diva | Mini-Salatgurke | VII-VIII | rein weiblich, kleine, bitterfreie Früchte | Echter Mehltau | Falscher Mehltau |
Libelle F1 | Einlegegurke | VII-VIII | robust, leicht warzig | Gurkenkrätze | Echter und Falscher Mehltau |
Sonja | Salatgurke | VII-X | bitterfrei, mittellange Früchte | – | – |
White Wonder | Salat-/Einlegegurke | VII-X | cremeweiße, kurze bis mittelgroße Früchte, festes Fruchtfleisch | – | – |
Wann können Sie mit dem Vorziehen der Gurken beginnen? Im Gewächshaus oder am Fenster dauert es bis zu vier Wochen, bis die Jungpflanzen ins Beet umziehen. Ein guter Start ist daher Ende März oder Anfang April – die Gurkenaussaat darf jedoch nicht zu früh erfolgen. Vor allem mit Freilandgurken sollten Sie nicht vor Mitte April beginnen, damit die Jungpflanzen in der Wohnung oder unter Glas nicht zu groß werden.
Gartenwissen jetzt auch als Prämienabo:
Sichern Sie sich exklusive Einblicke rund um Garten und Pflanzen.
Wenn Sie verschiedene Sorten der Gurke vorziehen wollen, lohnen sich Pflanzschilder, da die Keimlinge optisch zunächst nicht zu unterscheiden sind. Die Sämlinge benötigen viel Licht und Wärme. Die Temperatur sollte zum Keimen bei mindestens 20 Grad Celsius liegen.
Auf der Fensterbank können die Töpfe auf eine isolierende Unterlage gestellt werden. Ein kleines Gewächshaus auf der Fensterbank bietet der Gurke beim Vorziehen optimale Bedingungen.
Alternativ eignen sich auch eine Tüte oder Folie, die über dem Topf ausgebreitet wird. Das trägt zu einer schnelleren Keimung bei. Allerdings herrscht so auch Schimmelgefahr, deshalb täglich die Folie anheben und die Luft in Zirkulation bringen.
Halten Sie die Erde während der Vorzucht Ihrer Gurke stets feucht, indem Sie sie in der Anfangszeit mit Wasser besprühen. Ab der zweiten Woche kann dann auch vorsichtig gegossen werden – am besten von unten. Ist der Keimling sichtbar, ist keine Abdeckung mehr nötig. Nun sollten Sie für ausreichend Licht sorgen. Achten Sie aber darauf, dass die Temperaturen nicht zu hoch sind, um eine Vergeilung zu verhindern.
Wann Gurken pikieren?
Sobald die ersten zwei Blätter sichtbar werden, sollte bei zwei Sämlingen im Topf mehr Platz geschaffen werden. Denn sonst wird es für die Jungpflanzen zu eng und sie behindern sich gegenseitig in ihrer Entwicklung.
Sind die Pflanzen etwas gewachsen, stehen Sie vor der Wahl: Nur je ein kräftiger Sämling bleibt im Topf. Sollten beide Samen im Anzuchttopf sehr gut gedeihen, können Sie die Gurken pikieren und eine der Pflanzen umsetzen.
Das anschließende Einfüllen zusätzlicher Erde führt dazu, dass sich sogenannte Adventivwurzeln bilden, die beim Auspflanzen für ein besseres Anwurzeln sorgen.
Jungpflanzen reagieren empfindlich auf Kälte. Vor dem eigentlichen Auspflanzen kann man sie jeden Tag für ein paar Stunden ins Freie stellen. Stellen Sie die Gurkenpflanzen bitte keinesfalls gleich in die pralle Sonne, sondern gehen Sie dabei schrittweise vor. So gewöhnen Sie die jungen Gewächse an die direkte Sonne. Durch die Gewöhnung bereiten Sie sie gut auf die Bedingungen im Freiland vor und runden so den Vorteil der Vorzucht von Gurken ab.
Ins Beet oder in ein Pflanzgefäß mit mindestens 20 Litern Fassungsvermögen können Jungpflanzen dann nach den Eisheiligen Mitte Mai umziehen. Wenn Sie eine vorgezogene Gurke pflanzen, sollten die Keimblätter mit Erde bedeckt sein. Generell ist es hilfreich für ein gutes Anwurzeln, wenn Sie Gurken tiefer setzen.
Wichtig ist die Fruchtfolge im Beet oder Gewächshaus: Gurken sollten dementsprechend nur mit vier Jahren Abstand an die gleiche Stelle gepflanzt werden. Die Erde im Gewächshaus muss ggf. ausgetauscht werden. Gurken sind Starkzehrer und benötigen viele Nährstoffe. Vor dem Einpflanzen sollten Sie reichlich Kompost ausbringen.
Gurken bevorzugen warme Temperaturen an ihrem endgültigen Standort, da sie ursprünglich aus dem tropischen Indien stammen. Trockenheit – sowohl im Boden als auch in der Luft – bekommt ihnen weniger gut. Hinsichtlich der Bodenart sind sie jedoch anpassungsfähig und wachsen sowohl auf leichtem Sand als auch auf mittelschweren, lehmigen Böden. Lediglich kalte, staunasse Böden sind ungeeignet. Wichtig ist jedoch eine nährstoffreiche Erde. Zu Beginn sollte ein kalium- und phosphorbetonter Volldünger in Starkzehrerdosis eingearbeitet werden. Ergänzen Sie im Sommer ab und an Stickstoff, denn er wird schnell verbraucht.
Die Gurken entwickeln sich nicht, was tun?
Sollten die Pflanzen nicht gut wachsen, kann das an zu wenig oder einer mangelhaften Wasserversorgung liegen. Meist zeigen sich dann auch verwelkte Blätter und herabhängende Pflanzenteile. Falls die Gurkenpflanzen Blüten zeigen, aber keine Früchte entwickeln, könnten ebenfalls zu starke Bodenfeuchtigkeitsschwankungen die Ursache sein. Dies gilt besonders dann, wenn die Pflanzen während oder kurz nach dem Blühen unter Trockenstress leiden.
Weitere Tipps zur Pflege von Gurken lesen Sie hier:
Gurken, aber auch Kürbis und Tomaten, brauchen einige Zeit, um die volle Beetfläche zu beanspruchen. Deshalb bleibt an den Beeträndern noch Platz für Schnellentwickler. Sie sind längst abgeerntet, wenn die Gurken ranken. Salate, Radieschen, frühe Rettiche, Asiasalate, Babymöhren, Kerbel und Kapuzinerkresse in Mischkultur eignen sich besonders gut als Platzhalter.
Haben Sie nur wenige Wochen zur Verfügung, dann nutzen Sie die Lücken, um Kohl-, Salat- oder Mangoldjungpflanzen vorzuziehen.
Sie konnten bereits Gurken vorziehen und wollen sich nun ans nächste Projekt wagen? Dann probieren Sie sich doch an Rosenkohl.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Das sind die Top-Themen: