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Gurken vorziehen: Tipps für gutes Gelingen

Von GartenFlora

Das Vorziehen von Gurken ermöglicht eine frühere Blüte und somit auch Ernte, da die Pflanzen bereits im Haus oder Gewächshaus keimen und wachsen können, bevor sie ins Freiland gesetzt werden. Da Gurken empfindlich auf das Pikieren reagieren und ihre Stängel leicht brechen, ist eine sorgfältige Handhabung während der Anzucht entscheidend. Mit unseren Tipps gelingt die Vorzucht und das anschließende Auspflanzen.

  • Durch das Vorziehen gedeihen Gurkenpflanzen schneller und kräftiger, sodass die Ernte früher beginnt und reicher ausfällt.
  • Damit die Jungpflanzen stark genug für das Freiland sind, sollten sie zur richtigen Zeit ausgesät werden.
  • Licht, Wärme und das passende Substrat spielen eine entscheidende Rolle für die erfolgreiche Keimung und das Wachstum der Pflanzen.
  • Mit der richtigen Pflege und einem sanften Übergang ins Freiland lassen sich gesunde Gurkenpflanzen heranziehen, die reichlich Früchte tragen.

Warum und welche Gurken vorziehen?

Das Vorziehen von Gurken hat durchaus Vorteile. Gurken brauchen von der Keimung bis zur Ernte, wie auch Tomaten und Paprika, recht lange. Durch das Vorkeimen geben Sie den Gurken eine Starthilfe, die ihnen beim Auspflanzen zugutekommt.

Entscheiden Sie sich statt für den Kauf von Jungpflanzen für die Anzucht mithilfe von Samen, steht Ihnen häufig eine größere Palette an Sorten zur Verfügung, gerade bei besonderen Standortansprüchen und der Wahl zwischen Freiland- und Kübelpflanzung kann dies ein entscheidender Faktor sein.

SorteTypErnteEigenschaftenResistenzenToleranzen
Adrian F1Snack-/MinisalatgurkeVII-IXkurz, früh reifend, bitterfrei, größere Früchte als Salatgurke verwendenEchter Mehltau
Burpless Tasty Green F1SalatgurkeVII-IXbitterfrei, mittelgroßEchter und Falscher Mehltau
DelikateßAllroundgurkeVI-Xje nach Größe zum Einlegen oder als Salat- und Senfgurke geeignet
Chinesische SchlangenSalatgurkeVI-Xlange, schlanke, mitunter krumme Salatgurke, bleibt bis zur Vollreife dunkelgrün
Diamant F1EinlegegurkeVII-IXrein weiblich, bitterfreiGurkenkrätzeEchter und Falscher Mehltau
Excelsior F1EinlegegurkeVIII-IXbitterfrei, überwiegend weiblich blühend, glattschaligEchter Mehltau, GurkenkrätzeFalscher Mehltau
FatumSchmor-/SenfgurkeVII-IXgroße, walzenförmige Früchte, bitterfrei, junge Früchte
Iznik F1Snack-/Mini-SalatgurkeVII-IXkurz, früh reifende, rein weibliche Snackgurke, bitterfrei, auch als Salatgurke geeignetEchter Mehltau, Gurkenkrätze
La DivaMini-SalatgurkeVII-VIIIrein weiblich, kleine, bitterfreie FrüchteEchter MehltauFalscher Mehltau
Libelle F1EinlegegurkeVII-VIIIrobust, leicht warzigGurkenkrätzeEchter und Falscher Mehltau
SonjaSalatgurkeVII-Xbitterfrei, mittellange Früchte
White WonderSalat-/EinlegegurkeVII-Xcremeweiße, kurze bis mittelgroße Früchte, festes Fruchtfleisch

Der richtige Zeitpunkt, um Gurken vorzuziehen

Wann können Sie mit dem Vorziehen der Gurken beginnen? Im Gewächshaus oder am Fenster dauert es bis zu vier Wochen, bis die Jungpflanzen ins Beet umziehen. Ein guter Start ist daher Ende März oder Anfang April – die Gurkenaussaat darf jedoch nicht zu früh erfolgen. Vor allem mit Freilandgurken sollten Sie nicht vor Mitte April beginnen, damit die Jungpflanzen in der Wohnung oder unter Glas nicht zu groß werden.

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Kurz-Anleitung Schritt für Schritt

  1. Nehmen Sie kleine Anzuchttöpfe zur Hand. Achten Sie dabei auf Abzugslöcher im Boden oder nutzen Sie organische Anzuchttöpfe.
  2. Füllen Sie diese nur knapp zur Hälfte mit Anzuchterde als Substrat.
  3. Nun legen Sie in jedes Töpfchen ein bis zwei Samenkörner.
  4. Das Saatgut mit circa einem Zentimeter Substrat bedecken.
  5. Die Keimdauer beträgt etwa ein bis zwei Wochen (abhängig von Ihrer Gurkensorte).
  6. Wenn die Keimlinge gerade über den Topfrand lugen, stärksten Sämling wählen, den anderen entfernen.
  7. Anzuchttopf vorsichtig mit Substrat auffüllen.
  8. Sobald die Gurken vier Laubblätter entwickelt haben, wird ausgepflanzt.

Gurken vorziehen: So gehen Sie genau vor

Wenn Sie verschiedene Sorten der Gurke vorziehen wollen, lohnen sich Pflanzschilder, da die Keimlinge optisch zunächst nicht zu unterscheiden sind. Die Sämlinge benötigen viel Licht und Wärme. Die Temperatur sollte zum Keimen bei mindestens 20 Grad Celsius liegen.

Auf der Fensterbank können die Töpfe auf eine isolierende Unterlage gestellt werden. Ein kleines Gewächshaus auf der Fensterbank bietet der Gurke beim Vorziehen optimale Bedingungen.

Anzucht von jungen Gurken im Eierkarton
Keine Anzuchttöpfe zur Hand? Dann probieren Sie es doch mit alten Eierkartons. [Foto: AdobeStock_Юля Шевцова]

Alternativ eignen sich auch eine Tüte oder Folie, die über dem Topf ausgebreitet wird. Das trägt zu einer schnelleren Keimung bei. Allerdings herrscht so auch Schimmelgefahr, deshalb täglich die Folie anheben und die Luft in Zirkulation bringen.

Halten Sie die Erde während der Vorzucht Ihrer Gurke stets feucht, indem Sie sie in der Anfangszeit mit Wasser besprühen. Ab der zweiten Woche kann dann auch vorsichtig gegossen werden – am besten von unten. Ist der Keimling sichtbar, ist keine Abdeckung mehr nötig. Nun sollten Sie für ausreichend Licht sorgen. Achten Sie aber darauf, dass die Temperaturen nicht zu hoch sind, um eine Vergeilung zu verhindern.

Wann Gurken pikieren?

Sobald die ersten zwei Blätter sichtbar werden, sollte bei zwei Sämlingen im Topf mehr Platz geschaffen werden. Denn sonst wird es für die Jungpflanzen zu eng und sie behindern sich gegenseitig in ihrer Entwicklung.

Zwei junge Gurkenpflanzen in Anzuchtgefäßen, das vordere halb mit Erde gefüllt, das hintere bis zum Rand voll Erde
Anzuchttopf junger Gurkenpflanzen mit Erde füllen, sobald sie über den Topfrand schauen. [Foto: © GartenFlora/Sabine Rübensaat]

Sind die Pflanzen etwas gewachsen, stehen Sie vor der Wahl: Nur je ein kräftiger Sämling bleibt im Topf. Sollten beide Samen im Anzuchttopf sehr gut gedeihen, können Sie die Gurken pikieren und eine der Pflanzen umsetzen.

Das anschließende Einfüllen zusätzlicher Erde führt dazu, dass sich sogenannte Adventivwurzeln bilden, die beim Auspflanzen für ein besseres Anwurzeln sorgen.

Junge Gurken abhärten

Jungpflanzen reagieren empfindlich auf Kälte. Vor dem eigentlichen Auspflanzen kann man sie jeden Tag für ein paar Stunden ins Freie stellen. Stellen Sie die Gurkenpflanzen bitte keinesfalls gleich in die pralle Sonne, sondern gehen Sie dabei schrittweise vor. So gewöhnen Sie die jungen Gewächse an die direkte Sonne. Durch die Gewöhnung bereiten Sie sie gut auf die Bedingungen im Freiland vor und runden so den Vorteil der Vorzucht von Gurken ab.

Ins Beet oder in ein Pflanzgefäß mit mindestens 20 Litern Fassungsvermögen können Jungpflanzen dann nach den Eisheiligen Mitte Mai umziehen. Wenn Sie eine vorgezogene Gurke pflanzen, sollten die Keimblätter mit Erde bedeckt sein. Generell ist es hilfreich für ein gutes Anwurzeln, wenn Sie Gurken tiefer setzen.

Jungpflanzen von Gurke und Kürbis in Kokostöpfen stehen in der Sonne auf einem Beet
Junge Gurken sollten Sie langsam an die Sonne gewöhnen. Das gilt übrigens auch für vorgezogene Kürbispflanzen. [Foto: AdobeStock_indrova]

Wichtig ist die Fruchtfolge im Beet oder Gewächshaus: Gurken sollten dementsprechend nur mit vier Jahren Abstand an die gleiche Stelle gepflanzt werden. Die Erde im Gewächshaus muss ggf. ausgetauscht werden. Gurken sind Starkzehrer und benötigen viele Nährstoffe. Vor dem Einpflanzen sollten Sie reichlich Kompost ausbringen.

Standort zum Auspflanzen wählen

Gurken bevorzugen warme Temperaturen an ihrem endgültigen Standort, da sie ursprünglich aus dem tropischen Indien stammen. Trockenheit – sowohl im Boden als auch in der Luft – bekommt ihnen weniger gut. Hinsichtlich der Bodenart sind sie jedoch anpassungsfähig und wachsen sowohl auf leichtem Sand als auch auf mittelschweren, lehmigen Böden. Lediglich kalte, staunasse Böden sind ungeeignet. Wichtig ist jedoch eine nährstoffreiche Erde. Zu Beginn sollte ein kalium- und phosphorbetonter Volldünger in Starkzehrerdosis eingearbeitet werden. Ergänzen Sie im Sommer ab und an Stickstoff, denn er wird schnell verbraucht.

Die Gurken entwickeln sich nicht, was tun?

Sollten die Pflanzen nicht gut wachsen, kann das an zu wenig oder einer mangelhaften Wasserversorgung liegen. Meist zeigen sich dann auch verwelkte Blätter und herabhängende Pflanzenteile. Falls die Gurkenpflanzen Blüten zeigen, aber keine Früchte entwickeln, könnten ebenfalls zu starke Bodenfeuchtigkeitsschwankungen die Ursache sein. Dies gilt besonders dann, wenn die Pflanzen während oder kurz nach dem Blühen unter Trockenstress leiden.

Weitere Tipps zur Pflege von Gurken lesen Sie hier:

Beetlücken zu Beginn für andere Pflanzen nutzen

Gurken, aber auch Kürbis und Tomaten, brauchen einige Zeit, um die volle Beetfläche zu beanspruchen. Deshalb bleibt an den Beeträndern noch Platz für Schnellentwickler. Sie sind längst abgeerntet, wenn die Gurken ranken. Salate, Radieschen, frühe Rettiche, Asiasalate, Babymöhren, Kerbel und Kapuzinerkresse in Mischkultur eignen sich besonders gut als Platzhalter.

ausgereifte Radieschen wachsen im Beet und schauen halb aus der Erde
Radieschen reifen im Gurkenbeet, bis die Gurkenpflanzen ihre volle Fläche beanspruchen. [Foto: AdobeStock_Sonja]

Haben Sie nur wenige Wochen zur Verfügung, dann nutzen Sie die Lücken, um Kohl-, Salat- oder Mangoldjungpflanzen vorzuziehen.

Sie konnten bereits Gurken vorziehen und wollen sich nun ans nächste Projekt wagen? Dann probieren Sie sich doch an Rosenkohl.
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