[Foto: AdobeStock_Roland von Arx]

Voraussichtliche Lesedauer:  4 Minuten

Winterschneeball: Zauberhafter Winterblüher

Luisa Roth
Online-Redakteurin

Die wenigsten Sträucher haben ihre Hauptblütezeit im Winter. Der Winterschneeball fällt aber nicht nur eindeutig in die Kategorie der Winterblüher, sondern ist auch in seiner Wuchsform äußerst ansehnlich. Mit charakterstarkem und dichtem Triebwachstum streckt er sich zu allen Seiten in die Breite aus – ein beeindruckendes Solitärgehölz in jeglicher Hinsicht.

Steckbrief

Name

Viburnum x bodnantense

Frucht

kleine purpurfarbene Früchte

Lebenszyklus

mehrjährig

Bodenverhältnisse

locker, nährstoffreich

Wuchshöhe

2 bis 3 Meter

Lichtverhältnisse

Sonne bis Halbschatten

Wuchsbreite

2 bis 3 Meter

Verwendung

Solitärgehölz

Wuchsform

Strauch

Winterhärte

winterhart

Blüte

weiß bis rosafarbene Schirmrispen

Giftigkeit

giftig

Blatt

elliptisch

Woher stammt der Winterschneeball?

Bei dieser Art handelt es sich um eine gärtnerische Züchtung. Etwa im Jahr 1935 ist im berühmten Bodnant Garden in Nordwales der Winterschneeball (Viburnum x bodnantense) entstanden, der die positiven Eigenschaften des Duftschneeballs mit jenen des Großblütigen Schneeballs kombinieren sollte. Diese beiden Elternarten der Hybride stammen ursprünglich aus Ostasien.

Wuchs und Aussehen

Die sommergrünen Sträucher werden zwischen zwei und drei Meter hoch, außerdem wachsen sie auch bis zu zwei Metern in die Breite. Ihr Wuchs ist wenig verzweigt, die Triebe stehen beinahe senkrecht mit teilweise sparrigen Seitentrieben. Nach ein bis zwei Standjahren bilden sich erste, vereinzelte Wurzelausläufer.

Blätter und Blüten des Winterschneeballs

Gleich zweimal im Jahr beschert dieser Strauch dem Garten ein umwerfendes Farbspektakel. Die Blütezeit des Winterschneeballs beginnt teilweise schon ab November, wenn die meisten Beete bereits kahl und farblos werden und eigentlich nichts mehr blüht. Dann bildet das Gehölz erste Blütenansätze. Bis zum Frühjahr, März oder April, blüht der Strauch bei geeigneter Witterung durchgehend.

Ob im grauen Regenwetter oder unter glitzernder Schneedecke – die schirmrispigen, zartrosafarbenen oder weißen Blütenstände versüßen die kalte Jahreszeit. Der betörende, vanilleartige Duft der Blüten bietet zudem einen Grund, auch im Winter im Garten zu verweilen. Zahlreichen Insekten dient der Winterschneeball zudem im späten Winter beziehungsweise zeitigem Frühjahr als Nährgehölz. Diese Zeit ist besonders wichtig für Biene & Co., da so früh sonst nur wenig blüht.

Ein Holzvogelhaus im Winter, bedeckt mit Schnee, befindet sich unter einem geblätterten und mit pinken Blüten besetzten Zweiges des Winterschneeballs, die ebenfalls schneebedeckt sind.  Eine Amsel sitzt auf einer hölzernen Stange des Vogelhäuschens. [Foto: AdobeStock_Axel Jahnke]
Eine Amsel genießt eine stärkende Pause im Futterhaus, geschützt von den Zweigen des Winterschneeballs. [Foto: AdobeStock_Axel Jahnke]

Die Blätter der Art sind von elliptischer Form, hell- bis dunkelgrün und weisen eine leicht geriffelte Oberflächenstruktur auf. Im Herbst sorgen sie für das zweite Farbspiel des Bodnant-Schneeballs, das mit bronzefarbenen und dunklen Rottönen besticht. Manchmal treffen die Zeit des Laubfalls und die Blütenbildung sogar aufeinander – und sorgen für doppeltes Staunen.

Nach der Blüte bildet der Bodnant-Schneeball kleine purpurfarbene Früchte aus. Während der ein oder andere Gartenvogel sich hier gerne bedient, sind sowohl Früchte, Blätter als auch die Rinde des Winterschneeballs für Menschen giftig.

Achtung: Der Winterschneeball ist für Menschen giftig. Pflanzenteile dürfen daher nicht verzehrt werden!

Welchen Standort braucht der Winterschneeball?

Ein sonniger bis halbschattiger Standort und lockerer, nährstoffreicher Gartenboden bieten dem Strauch ideale Wachstumsbedingungen. Sowohl ein leicht saurer als auch ein alkalischer pH-Wert werden vertragen. Prinzipiell ist das Gehölz frosthart, jedoch sind die zarten Blüten frostgefährdet. Ein geschützter Standort ist für den Winterschneeball deshalb von Vorteil – zum Beispiel in Hausnähe.

Pflanzung und Pflege

Sommergrüne Gehölze wie den Winterschneeball können Sie im Frühjahr oder Herbst in den Garten pflanzen. Falls gegen Jahresende gepflanzt wird, empfiehlt sich ein Winterschutz. Bei einer Frühjahrspflanzung liegt der Fokus stattdessen vor allem auf ausreichendem Wässern.

Tipp: In den Frühjahrs- und Sommermonaten sollte ein Augenmerk auf der Wasserversorgung des Strauches liegen. Halten Sie den Boden stets leicht feucht bis frisch. Es ist nicht nötig, den Winterschneeball zu düngen.

Wichtig für das Gehölz ist ein ausreichender Abstand zu anderen, größeren Pflanzen. Zwei bis drei Meter sollten Sie dabei einhalten, da der Strauch zwar ein flaches, aber breites Wurzelwerk ausbildet.

Gartenwissen jetzt auch als Prämienabo:

  • Print und E-Paper Ausgaben
  • Aktionspreis im ersten Jahr
  • Inklusive hochwertiger Prämie

Sichern Sie sich exklusive Einblicke rund um Garten und Pflanzen.

Winterschneeball schneiden

Notwendig ist ein Rückschnitt am Winterschneeball nicht. Er darf aber beschnitten werden, falls Äste stören oder sich eine unvorteilhafte Form entwickelt. Und wann kann man den Schneeball schneiden? Schneiden Sie in diesem Fall im zeitigen Frühjahr, nach Abklingen der Blütephase.

Frisch ausgetriebene Blätter und Blüten des Winterschneeball. Foto: AdobeStock_Ning
Der erste zarte Blattaustrieb löst im Frühjahr die lange Blütezeit des Winterschneeballs ab. [Foto: AdobeStock_Ning]

Ähnlich verhält es sich im Übrigen auch bei anderen Schneeball-Arten. So müssen Sie auch einen Duftschneeball nicht zwingend schneiden, denn glücklicherweise neigt er nicht zum Verkahlen. Schnittverträglich ist er dennoch. Störende Seitentriebe können Sie also problemlos entfernen. Ebenso verhält es sich mit dem Schneiden bei den Arten Gemeiner Schneeball und Immergrüner Schneeball: Man muss den Schneeball nicht zurückschneiden, kann es aber. Auch hier gilt: Schnittmaßnahmen am besten nach der Blüte im Frühjahr vornehmen.

Vermehrung des Winterschneeballs

Mehrere vegetative Vermehrungsmethoden kommen bei Viburnum x bodnantense infrage, darunter die Stecklings- und die Steckholzvermehrung im Frühjahr beziehungsweise Sommer. Noch einfacher ist es allerdings, sich die Wurzelausläufer des Strauches zunutze zu machen. So kann man einen der Wurzelausläufer von der Mutterpflanze trennen und weiterkultivieren (am besten im Frühjahr). Diese Methode eignet sich auch für Unerfahrene.

Krankheiten und Schädlinge

Meist ist ein starker Schädlingsbefall oder Ausbruch von Krankheiten am Schneeball auf einen zu trockenen Standort zurückzuführen. Dem kann also durch regelmäßige Bewässerung vorgebeugt werden, denn gesunde Gehölze sind in der Regel robust und widerstandsfähig. Typischen Schädlingen, wie etwa Blattläusen, kann zudem schnell entgegengewirkt werden, indem man Pflanzen regelmäßig kontrolliert und betroffene Stellen (etwa gekräuselte Blattspitzen) rechtzeitig entfernt.

Verwendung

In Einzelstellung wird der Winterschneeball zum besonderen Hingucker im (Vor-)garten, der ganzjährig mit attraktiven Attributen aufwartet. Wer viel Platz hat und die Wirkung der zauberhaften Winterblüte außerdem noch verstärken möchte, kann auch drei bis fünf Exemplare in einer lockeren Gruppe pflanzen.

Schneebedeckte Blüten des Winterschneeballs. Foto: AdobeStock_oranguta007
Einen besonders malerischen Anblick kreieren die Blüten des Winterschneeballs im schneebedeckten Garten.
[Foto: AdobeStock_oranguta007]

Zwei der populärsten Winterschneeball-Sorten sind Viburnum x bodnantense ‘Dawn’ und ‘Charles Lamont’. Der Duftende Schneeball ‘Dawn’ besticht vor allem mit einer langen Blütezeit, zweiterer wächst dafür etwas kompakter und hat schöne, rot gefärbte Blattstiele.

Unsere aktuelle Ausgabe

Das sind die Top-Themen:

  • Zeit zum Säen von Sommerblumen: Mit Saatgutpaket „Mohn“ zum Bestellen
  • Waschbären sind zwar putzig, können im Garten aber ganz schön nerven
  • Brokkoli: Der Anbau des flotten Superkohls ist kein Hexenwerk. Wir haben Tipps!
Zur aktuellen Ausgabe